
Specials - Sekundärliteratur / Artikel
"Blutorgie
in der Leichengruft"
Bericht
aus dem Trödler 223/Juni 1998, S. 164 - 171
Autor: Uwe Wolfrum
Eine der wenigen allgemeinen Artikel über das Sammelgebiet Grusel- und Horrorheftromane erschien 1998 in der Juni-Ausgabe des Trödlers (Deutschlands großer Sammlerzeitschrift), die wahrscheinlich schon jeder 'Groschenheftleser' in den Bahnhofsbuchandlungen gesehen hat.
Trotz
des Versuchs, allgemein und unvoreingenommen über das Sammelthema als
solches zu berichten, weist der Artikel etliche inhaltliche Fehler auf.
Ansonsten wird viel mit Klischees über den Groschenroman gearbeitet,
wobei jedoch festzustellen ist, dass die Art der Berichterstattung durchaus
noch als liebevoll-ironisch angesehen werden kann.
Leider drängt sich einem auch der Eindruck auf, dass der Autor selbst im Horrorheftromanbereich nicht zu Hause ist.
Die Fehler:
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Seite 165: die Psychoanalytische Spezialabteilung David Gullens wird als PSI bezeichnet und Larry Brent wird gleich von Beginn an zu X-Ray-1 befördert, obwohl der "mysteriöse blinde Vorgesetzte" (David Gullen!) noch lebt (!) -
richtig ist hier natürlich PSA und X-Ray-3. |
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Seite 168: Dr._Morton
wurde von der "staatlichen Zensurbehörde" nicht explizit
eingestellt. Die Anzahl der indizierten Bände sowie die daraufhin
erfolgte Dauerindizierung der noch zu erscheinenden Romane, erforderten
nach dem neuen Jugendschutzgesetz eine Pausierung der Serie für
bis zu einem 1 Jahr, was zwar einer Einstellung nahekam, jedoch einen,
zwar für den Verlag nur kleinen, aber rechtlich bedeutenden Unterschied
darstellt, da in Deutschland keine Zensur im üblichen Sinne erfolgt.
Die Indizierung erfolgt zum Schutze der Jugend und hat auf die Erwachsenen
Leser keinen direkten Einfluss (keine offene Werbung, keine Abgabe an
Personen unter 18 Jahren, keine verbilligten Verkaufspreise, da das
Produkt im Gegensatz zu anderen Printerzeugnissen nicht nur vorsteuer-,
sondern mehrwert-steuerprflichtigt wird, so dass der Verkauf der Serie
in der Heftromanform über die sonst üblichen Absatzquellen
wie z.B. Kioske und Bahnhofszeitschriftenhandel effektiv nicht mehr
möglich war). |
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Seite 169: Katastrophen-Alarm (1977, 12 Bände, Rena-Verlag) ist keine phantastisch-utopische und erst Recht keine Horror-Serie. Man könnte Sie allenfalls wie auch Inferno vielleicht als Abenteuer-Serie im weitesten Sinne einstufen - jedenfalls ist die Serie wieder eindeutig ein Siebziger-Jahre-Katastrophen-Film-Anhängsel!
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Seite 169: Angeblich
wurde innerhalb des DämonenKillers der Roman "Blutorgie in
der Leichengruft" (Band 22)* zensiert.
Dies ist schlicht und einfach falsch, sofern es sich hier nicht um bisher
wenig bekannte Verlagsinterna handelt, und die Zensur hier vom Verlag
gegenüber dem Autor vorgenommen worden wäre. *
PS: der Roman heisst im Übrigen "Blutorgie in der Leichengrube"! [Anmerkung zu S. 169: was ist eigenltich so schlimm daran, dass eine Horror-Story im Schwarzwald oder in der Lüneburger Heide statt in England spielt??? Ist einem deutschen Leser hier einfach unwohl, weil zuviel und örtlich zu nahe Realität im Roman vorkommt? Wer weiß! - Zugestanden werden muss natürlich der ironisch-kritischen Bemerkung auf Seite 169, dass die Titel und Plotts tatsächlich immer mehr ins Absurde abgedriftet sind (und das sogar aus der Sicht eines Grusel- und Fantasy-Lesers)!] |
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Seite 170: diese
humorige Persiflage auf das Team um den Geisterjäger Tony_Ballard
wurde nicht vom Autor (A. F. Morland = Friedrich Tenkrat) in seiner
eigenen Serie beschrieben, sondern vom Lektor Michael Schönenbröcher, der dies als humoristischen, aber vorallem auch wehmütigen Ausblick auf der letzen Seite des letzten Tony Ballard Romans (Nr. 200) präsentierte. Die Serie Tony Ballard endete zwar relativ offen und war
mit Band 75 (Das Böse lebt) noch einmal innerhalb des
Dämonen-Landes fortgesetzt worden. |
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Seite 170: Dino-Land war keine kurzlebige Serie, sondern war von Beginn an auf 5 Zyklen à 3 Romane angelegt, was sich im Hinblick auf das damals aktuelle Jurassic-Park-Fieber und auch die Absehbarkeit dieses Hypes als Vermarktungsidee durchaus anbot. Die Serie ist mit 15 Bänden in sich abgeschlossen und bietet einen kompletten Handlungsbogen. |

Hinweis:
Die Rechte an dem Artikel liegen beim Autor, wie mir von der Redaktion
der Zeitschrift mitgeteilt wurde. Leider liegt dort die Adresse des Autors
nicht mehr vor.
Ich werden daher im Augenblick wie bisher nur die Korrekturen zum Artikel
online stellen.
Ich werde mich jedoch weiterhin bemühen, den Artikel komplett online
stellen zu dürfen und dann hier zum Abruf anzubieten.